Firmenportrait

Hans Heiler


Küche und Kirche – zwei feste Größen im Leben von Hans Heiler. Um ein Haar wäre der 63-Jährige als junger Mann sogar im Kloster „gelandet", hat sich dann aber kurz vor Torschluss den weltlichen Genüssen zugewandt. Um mit 52 Jahren doch noch ins Kloster zu gehen – als damals „erstes Mannsbild in der Küche“ in der Schwesterngemeinschaft St. Franziskus Heiligenbronn. Als bischöflich beauftragter Wortgottesdienstleiter verkündet er seit einigen Jahren Gottes Botschaft; und so schließt sich der Kreis zwischen Küche und Kirche wieder.


Der leidenschaftliche Koch, Hans Heiler, in seinem Element

Ein Bayer mit Leib und Seele

Hans Heiler ist Bayer mit Leib und Seele. Weiß und Blau sind die Farben seiner Berufswäsche, sein Auto stammt aus den Bayerischen Motorenwerken. Kein Wunder also, dass eines seiner vielen beruflichen „Kinder“ den Namen „Männerkochclub Bayerischer Löwe“ trägt und im Kloster Heiligenbronn „zur Welt“ gekommen ist. Geburtshelfer Hans Heiler ist stolz auf diesen Zusammenschluss kochfreudiger Männer, die zwischenzeitlich die hohe Kunst der internationalen Küche beherrschen. Im Zentrum des Speiseplans stehen aber schwäbische, bayerische und badische Schmankerl. Von denen dürfen die Damen übrigens einmal im Jahr kosten.

Der Heiligenbronner Kochclub ist aber nicht der einzige Spross aus Hans Heilers beruflichem Engagement. Fünf weitere gehen auf seine Initiative zurück. Darunter so exquisite wie der „Club Culinaris Offenburg“, gegründet im Jahr 1981, oder die in Schramberg eingerichtete Kochnische für das starke Geschlecht namens „Männerkochklub 1970“. In Lauterbach gründete sich 1984 der
„Biblische Kochkreis“ mit Pfarrer Richard Schitterer als prominenten Löffelschwinger, 1985 folgte der „Männerkochclub Les Gourmets“. Und 1989 schließlich hob Hans Heiler in Dunningen den „Männerkochclub Bavaria“ aus der Taufe.

Fünf Jahre im Kloster

Zunächst schien es, als führe der Lebensweg des Hans Heiler direkt ins Kloster. Über den Onkel, einen Franziskaner, ist Heiler mit 14 Jahren in den Orden eingetreten. Doch kurz vor der Einkleidung im Alter von 19 Jahren wirft der angehende Mönch alles hin, als er erkennt, dass die Welt mehr zu bieten hat als Klostermauern. Er will hoch hinaus – und absolviert im Zugspitzhotel eine Lehre als Koch. Beruflich allerdings war Hans Heiler weit weniger sesshaft. Einige Stationen: „Parkhotel“ Schramberg, Hotel „Drei Könige“ in Schenkenzell, Albert-Schweitzer-Kurkliniken in Königsfeld, Küchenleiter der Junghans-Kantine mit eigener Schweinezucht und rund 3000 Essen täglich, Küchenchef bei Saba, Telefunken, Dual und und und...

Als stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Nanz-Gruppe (Stuttgart) stellt er seine Kochkünste auch ausgewählten Gästen des Firmenchefs unter Beweis – darunter Minister Hermann Schaufler, dessen Bruder Wirtschaftsleiter in den Heiligenbronner Einrichtungen war. So fand der damals 52-Jährige 1990 doch noch den Weg ins Kloster, seine letzte Arbeitsstelle. Heute ist Heiler mehr Manager als Koch, organisiert die tägliche Versorgung aller Bewohner und Mitarbeiter der Stiftung St. Franziskus mit rund 500 Essen und plant alle großen Festveranstaltungen. Sein letzter großer „Coup“ ist der millionenteure Neubau des Wirtschafts- und Versorgungsgebäudes, der demnächst beginnt. 

In Lauterbach werden sich noch etliche an den so genannten Biblischen Kochkreis erinnern, bei dem Heiler zusammen mit Pfarrer Richard Schitterer vielen das Alte Testament sprichwörtlich „schmackhaft“ gemacht hat. Ägyptische Selleriesuppe, Mandelhuhn „Jerusalem“ oder Pita-Brot gelten als Delikatessen mit geistlichem Beigeschmack. Besonders stolz ist der Wahl-Lauterbacher auf seine Mitgliedschaft bei den Rittern des Ordens „Cordon Bleu du Saint Esprit", dessen Wurzeln bis ins Jahr 1579 zurückreichen. Die maximal 100 Ritter setzen sich für die „Wahrung einer edlen menschlichen Gesinnung, verbunden mit der Pflege der hohen Kultur des Essens und Trinkens“ ein.

Dass er am Ende seines beruflichen Lebens wieder – wie als Jugendlicher – täglich ins Kloster geht, ist da sicherlich kein Zufall. Und eines ist für den 63-Jährigen so sicher wie das Amen in der Kirche: „Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, dann werde ich wieder Koch.“