Firmenportrait

Junghans


Die Unterschiede sind beeindruckend: Auf der einen Seite das alte Kesselhaus mit den riesigen Kohleöfen, mit den massiven Rutschen, in denen das Koks in die Brennräume rutschte und mit den großen, klobigen Hebeln und Ventilen. Auf der anderen Seite, nur durch eine Wand getrennt, steht die moderne Heizzentrale von Junghans. Zwei kompakte, leistungsstarke Kessel, mit Erdgas betrieben, versorgen das gesamte Junghans-Gelände in der Geißhalde mit Wärme. Und die wird in den 15 Gebäuden nicht nur zum Heizen benötigt: Auch zahlreiche Lüftungen, Klimaanlagen und nicht zuletzt die Großküche sind an die neue Heizzentrale angeschlossen.

Das alte Kesselhaus mit den riesigen Kohleöfen und den Koks-Rutschen Mit den neuesten Junghans Uhren mit eingebautem Chip kann man bei Junghans die Türen öffnen Ein Blick in die moderne Heizzentrale von Junghans

Der Vergleich zur Uhr tut sich auf: Wo früher eine massive Mechanik in den klobigen Holzgehäusen der Tischuhren die Zeiger in Gang setzte, kommt heute modernste Funk-Technik zum Einsatz. Und wie bei der modernen Uhr, geht auch in der Heizzentrale ohne Elektronik nichts mehr. So steuert Haustechniker Willi Fehrenbacher aus seinem Büro die gesamte Wärme- und Energieversorgung auf dem großen Werksgelände. An zwei Bildschirmen kann er nicht nur ablesen, welche Leistung den Brennern in der Heizzentrale abverlangt wird, sondern auch den aktuellen Strombedarf der einzelnen Gebäude oder die Reserven der Druckluftanlage abfragen.

Bevor Fehrenbacher aber in seinem Büro für eine reibungslose Energieversorgung in der Geißhalde sorgen kann, benötigt er seine Uhr. Und die ist bei Junghans inzwischen wichtiger denn je. Produktmanager Holger Schaffer erklärt die neueste Innovation des Traditionsbetriebs: „In unserer neuesten Uhren-Generation ist ein kleiner Chip eingebaut. Damit kann die Uhr viele neue Funktionen übernehmen. Zum Beispiel als Türöffner oder elektronische Geldbörse. „Und während in der Hongkonger U-Bahn die Schramberger Uhr als Fahrausweis dient, kann man auf
dem Junghans-Werksgelände damit Türen öffnen oder in der Fischer-Kantine sein Mittagessen bezahlen. Eine stressfreie Mittagspause kann sich Haustechniker Willi Fehrenbacher nicht nur Dank seiner Hightech-Uhr gönnen. Auch in seiner Heizzentrale läuft alles vollautomatisch. Das war nicht immer so. Bis die alten Koks-Öfen 1993 durch die neue Erdgas-Technik abgelöst wurden, musste immer ein Heizer für den nötigen Koks-Nachschub sorgen. Und der war enorm: Acht bis zehn Tonnen Koks sorgten an kalten Wintertagen für die nötige Wärme. Klar, dass dabei die großen Schornsteine gehörig qualmten.

Junghans Mitarbeiterinnen bei der ihrer täglichen Arbeit

Heute tritt Dank Abgas-Rückführung und optimierter Brennertechnik fast nur noch Wasserdampf
aus dem Kamin. Meistens zumindest. Denn Junghans hat mit den Stadtwerken einen ganz besonderen Liefervertrag. An extrem kalten Tagen, an denen der Erdgasbedarf in der Stadt sehr hoch ist, stellen die Stadtwerke die Heizzentralen einiger Großkunden von Erdgas auf Öl um. Christoph Huber, technischer Leiter bei den Stadtwerken: „Damit können wir absolute Lastspitzen ausgleichen, und so die Bezugspreise bei unserem Vorlieferanten deutlich senken.“ Die Umschaltung der Junghans-Heizzentrale kann von den Stadtwerken aus per Datenleitung erfolgen. „Die Kombi-Brenner werden in Sekundenbruchteilen auf Öl umgestellt.“ Auf dem Junghans-Gelände merkt davon niemand etwas. Nur wenn man zum Kamin schaut, sieht man, dass das Öl nicht so sauber verbrennt wie Erdgas.