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Gebäude KA Schramberg

Kläranlage Schramberg

Im Schiltachtal beim Rappenfelsen betreiben die Stadtwerke die Gemeinschaftskläranlage Schramberg. Mit modernster Technik werden hier auch die Abwässer der Nachbargemeinden Hardt und Lauterbach gereinigt.

Nähere Informationen zur Kläranlage Schramberg

Grobe und sperrige Stoffe, Plastikteile und Textilien führen in einer Kläranlage zu Verstopfungen in Rohrleitungen und Pumpen. Der Rechen entfernt grobe Schmutzstoffe aus dem Abwasser und wirft sie nach vorheriger Entwässerung in einer Presse (zwecks Volumenreduzierung) in einen Container aus. Die Abfuhr erfolgt durch LKW zur Müllverbrennung.

Rechen Kläranlage Schramberg
Nach der Rechenanlage durchfließt das Abwasser den Sand- und Fettfang. Durch Einblasen von Luft an der Seite des Sandfanges wird eine Schraubenströmung erzeugt. Durch die Dichteunterschiede setzt sich der Sand in einer Sammelrinne am Tiefpunkt des Sandfanges ab und wird mit einer Pumpe abgezogen. Der abgetrennte Sand wird anschließend in einer "Sandwaschanlage" weiter gereinigt und danach entsorgt.

Sand- und Fettfang bei der Kläranlage Schramberg

Die Sandfangkammer ist mit einer Tauchwand von der Fettfangkammer getrennt. Das Fett kann durch Schlitze in den beruhigten Teil des Fettfanges gelangen und dort abgezogen werden.

Sand und Fett müssen aus dem System entfernt werden, damit es zu keinen Betriebsstörungen auf der Kläranlage kommen kann (Schmirgelwirkung des Sandes).

Sand- und Fettfang bei der Kläranlage Schramberg
In den beiden Rundbecken findet die so genannte Vorklärung des Abwassers statt. Während einer Aufenthaltszeit von ca. 1 - 2 Stunden werden ca. 30 Prozent der absetzbaren Stoffe über einen sogenannten "Voreindicker" dem Faulturm zugeleitet. Dies ist notwendig um eine gleichmäßige Gasproduktion im Faulturm zu gewährleisten.

Vorklärung des Abwassers

Die verbleibenden 70 Prozent des Abwassers gelangen in die Denitrifikationszone und dienen den Bakterien und Mikroorganismen als Kohlenstoffquelle.


Vorklärung des Abwassers
Das Denitrifikationsbecken gehört zum biologischen Teil der Kläranlage. Hier werden die natürlichen Selbstreinigungsprozesse der Gewässer für die Abwasserreinigung nachvollzogen, in dem für die Mikroorganismen optimale Lebensbedingungen auf engstem Raum bereit gestellt werden. In den Denitrifikationsbecken wird ein Teil des Stickstoffes (Nitrat) im Abwasser reduziert, in dem man den Mikroorganismen den Luftsauerstoff entzieht.

Denitrifikationsbecken bei der Kläranlage Schramberg
Das Belebungsbecken ist neben der Denitrifikationszone ein weiterer biologischer Teil der Kläranlage. Hier oxidieren Bakterien und Mikroorganismen unter Zuführung von Luftsauerstoff den im Abwasser hauptsächlich vorkommenden Ammoniumsstickstoff in Nitratstickstoff. Außerdem bewirken diese Kleinstlebewesen den Abbau der organischen Verschmutzung des Abwassers. Das Belebungsbecken bildet das Herzstück der Kläranlage.

Belebungsbecken bei der Kläranlage Schramberg
Von der Gebläsestation aus pressen die beiden dort aufgestellten, wechselseitig geschalteten Drehkolbengebläse die notwendige Luftmenge in das Belebungsbecken. Dieser Luftsauerstoff wird von den im Belebungsbecken lebenden Bakterien und Mikroorganismen zum Abbau der organischen Stoffe benötigt.

Die Gebläse stellen den größten Energieverbraucher einer Kläranlage dar.

Gebläsestation bei der Kläranlage Schramberg
Durch die Schneckenpumpwerke, die mit einem sehr hohen Durchsatz arbeiten, wird das Abwasser aus dem Denitrifikationsbecken auf die notwendige Höhe angehoben, damit es im freien Gefälle zum Nachklärbecken ablaufen kann. Die drei Schneckenpumpwerke werden wechselseitig geschaltet. Je nach Abwasseranfall arbeiten bis zu zwei Schneckenpumpwerke gleichzeitig.

Schneckenpumpwerke

Der Antrieb der drei Schneckenpumpwerke mit Fundamentblöcken befindet sich im Pumpenhaus. Aus Gründen der Betriebssicherheit sind drei Schnecken installiert.

Schneckenpumpwerke
Hier erfolgt die Nachklärung des im Belebungsbecken gereinigten Abwassers. Im Nachklärbecken setzen sich unter Einfluss der Schwerkraft die absetzbaren Stoffe am Beckenboden ab.

Nachklärbecken bei der Kläranlage Schramberg

Über die Ablaufrinnen und Zahnreihen des Nachklärbeckens gelangt das gereinigte klare Abwasser in die Schiltach.

Die Ablaufrinnen werden nach Bedarf von einer fahrbaren Bürstenanlage gereinigt.

Bürstenanlage
Im Faulturm werden rund 30 Prozent des Schlammes aus dem Vorklärbecken, sowie der Überschussschlamm in rund 30 Tagen ausgefault. Dies geschieht über das Aufheizen und Umwälzen des Faulschlammes. Die Temperatur im Faulturm muss konstant auf 38 Grad gehalten werden.

Faulturm

Unter anaeroben Bedingungen (Luftabschluss) können Bakterien und Mikroorganismen die organische Substanz nicht veratmen, sondern müssen diese vergären. Bei diesem Vorgang entsteht Methangas, das zum Betrieb eines Blockheizkraftwerkes genutzt wird. Dieses Blockheizkraftwerk erzeugt Wärme und elektrische Energie welche direkt der Kläranlage zugeleitet wird. Dadurch werden die Energiekosten der Kläranlage gesenkt. Der ausgefaulte Klärschlamm wird auf einer Zentrifuge entwässert und zu einer Trocknungsanlage gefahren, wo er anschließend thermisch verwertet wird.

Faulturm
Über den Ablaufkanal wird das aus dem Nachklärbecken kommende, gereinigte Abwasser direkt in die Schiltach geleitet. Das gereinigte Abwasser wird täglich im Labor gemessen und überwacht.

Labor in der Kläranlage Schramberg
Das in der Kläranlage behandelte (Ab-)Wasser fließt in die Schiltach. Auf der Kläranlage werden täglich rund 10.000 m³ verschmutztes Wasser gereinigt. Bei Regenfällen kann diese Menge, je nach Regenintensität und Dauer ansteigen.

Die Gewässergüte konnte durch stetige Verbesserungen und Optimierung der Kläranlage in den letzten Jahrzehnten auf eine hohe Qualität angehoben werden, was sich positiv auf Fauna und Flora auswirkt.

Reinigungsbecken der Kläranlage Schramberg
Die Mitarbeiter der Kläranlage bestimmen, überwachen und dokumentieren täglich die gesetzlich vorgeschriebenen Vorgaben im Labor der Kläranlage.

Auf der Kläranlage können mittels modernster Prozess-Leittechnik sämtliche Überwachungs- und  Steuerungsaufgaben von der Zentrale aus geschaltet werden. Dies ist notwendig um eine optimale Reinigungsleistung zu gewährleisten.

Leittechnik in der Kläranlage Schramberg
Sämtliche Haushalte im Außenbereich, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind, müssen ihre Abwässer auf andere Weise der Kläranlage zuführen. In Schramberg gibt es für diese Haushalte einen besonderen Service: den "Rollenden Kanal".

Die Kleinkläranlagen und geschlossenen Gruben werden vom Tankwagen des "Rollenden Kanals" angefahren, entleert und der Inhalt ordnungsgemäß in die Schramberger Kläranlage entsorgt.

Rollender Kanal
Die Annahme von Klärschlamm der Außenkläranlagen Tennenbronn und Waldmössingen erfolgt ebenfalls über den "Rollenden Kanal". Der Schlamm wird in dem Behälter der Schlammannahmestation gespeichert.

Annahme von Klärschlamm
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